Dazugehören

3 Gedanken zu “Dazugehören

  1. Ist ja irre, was in der Kita schon abgeht.
    Gemeinsamkeiten finden, sagen wir ja immer, und auf eigene Stärken bauen, du weißt ja, wo wir das sagen.
    Hier reicht ein P:
    Prinzessinnen, Popel, Paula.
    Sie kann sagen, sie hat Papa gefragt (fängt ja auch mit P an), wie er Popel findet. Er sagte, gar nicht gut. Pippi ist besser.
    Deswegen will sie lieber Pippi sein.
    Zack! Stärker!
    Ich sag dir, dealen ist heute alles. 😀
    😀
    😀
    Ich weiß, aber ich träume ja gerne.

  2. Bin echt irritiert davon, dass im kleinen Kopf vom Töchterlein der Gedankengang entstand, Anführerin „Prinzessin“ Cocos Freundin zu sein, wäre so erstrebenswert, dass dafür das Opfer gebracht werden müsste, auf Paula anzupöbeln. Dass sie zum Club der Alphatiere gehören will, kann ich noch verstehen, aber wieso Paula „opfern“? Krass. Man denkt an eigene Kindheitscliquen-Erfahrungen zurück. Ich war immer eine der Schüchternsten, wurde oft aufgezogen (Kinder finden immer was, vor allem körperliche Defizite wie abstehende Ohren, Zahnlücke, zu groß, zu dünn, zu klein, zu dick). Es gab da auch in der Grundschule eine Clique von drei, vier Mädels aus meiner Nachbarschaft, wir hatten denselben Schulweg, daher viel gemeinsame Zeit und zwei der vier waren so Oberbestimmerinnen, die entschieden, mit wem sie verkehren. Zuerst haben sie mich ignoriert, auch gehänselt, dann plötzlich wurde ich gnädigerweise auserkoren, ab und zu doch mitzuspielen. Ich war körperlich die Größte und eben auch einfach da. Die Hellsten waren die vorlauten Alphatiere in der Clique nicht, aber sie strahlten eine gefährliche Aggressivität aus, da wollte man nicht auf der Feindes-Seite stehen. Unheimlich waren sie mir manchmal, aber auch interessant, weil frühreif. Es hieß dann später einmal, dass eine der beiden den Werdegang der Prostituierten wählte. Oh je. Aber natürlich nichts gegen Sex-Arbeiterinnen, nö nö… 🙂 Ich weiß nicht, was aus den kleinen Bestien geworden ist, ihre Namen kann ich nicht mal im Internet finden, vielleicht haben sie ihren Mädchennamen mit Eheschließungen ausradiert.

    1. Danke liebe Gaga für Deinen offenen Kommentar. Dieses „Krass“ – das war ehrlich gesagt auch mein erster Impuls.

      Mich hat daran so beschäftigt, wie früh dieses Denken einsetzt: dazugehören zu wollen – und gleichzeitig zu spüren, dass es manchmal auf Kosten anderer geht.
      Und ich ertappe mich dabei, wie ich sofort innerlich in den „pädagogischen Krisenmodus“ schalte und im nächsten Moment denke: Vielleicht ist das in dem Alter auch einfach Teil des Spiels.

      Deine Schilderung aus Deiner eigenen Kindheit kann ich gut nachempfinden. Oh ja, die Hellsten waren die oberlauten Alphatiere in meiner eigenen Cliquenerfahrung auch nicht ☺️ Dieses Schwanken zwischen Faszination und Unbehagen kenne ich gut. Dieses „eigentlich will ich da gar nicht dazugehören“ und gleichzeitig eben doch nicht außen stehen wollen.

      Umso mehr bleibt für mich die Frage, wie wir Räume schaffen können, in denen Zugehörigkeit nicht über Abwertung funktioniert – im Großen wie im Kleinen.

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